Fischerei-Verein Essen e.V.  

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Heringsangeln an der Schlei bei Kappeln

Auf meiner Internetsuche nach einem Urlaubsziel in den Osterferien blieb ich in Kronsberg bei Kappeln hängen. Schnell war das kleine Ferienhaus gebucht und die Reisevorbereitungen konnten beginnen. Auf meiner anglerischen rechten Gehirnhälfte fand sich der Ort Kappeln unter Heringsangeln abgespeichert. In Erinnerung waren mir viele Angelberichte aus den Anglerzeitschriften Blinker und Fisch und Fang, die immer wieder regelmäßig über das Heringsangeln in Kappeln berichtet hatten.

Der kleine Ort Kappeln liegt an der Schlei, die nicht weit davon in die Ostsee mündet. Der gesamte Bereich der Schlei bei Kappeln ist daher Brackwasserzone und im Frühjahr ziehen große Heringsschwärme zum Laichen den Fluss hinauf und sind dann leicht zu fangen. Keinesfalls wollte ich mir eine solche Chance, einmal einige Heringe zu fangen, entgehen lassen und so fand eine kleine Angelausrüstung den Weg in mein Reisegepäck.

Die mehr als 500 Kilometer Autofahrt die Hansalinie hinauf bis Hamburg und dann hoch nach Flensburg verliefen, abgesehen von einem schweren Autounfall bei Alhorn, der über Nebenstrassen umgeleitet wurde, weiter ohne große Zwischenfälle. Als wir Kappeln erreichten und über die Brücke der Schlei in den Ort einbogen, wurden wir gleich von einer großen Schar Angler, die sich an der Hafenmauer tummelten und ständig ihre Ruten auswarfen, begrüßt. Natürlich beschloss ich sofort am nächsten Tag dem Hafengelände einen Besuch abzustatten und das anglerische Treiben unter die Lupe zu nehmen.

Zunächst aber richten wir uns in unserem sehr schönen Ferienhäuschen in Kronsberg, einem kleinen Dorf, 10 Kilometer entfernt von Kappeln ein. Am nächsten Morgen führte mich mein NAVI auf dem schnellsten und kürzesten Weg nach Kappeln in den Hafen. Die ersten Angler standen schon warm eingepackt an der Haufenmauer und schleuderten ihre Heringspaternoster weit in den Fluss hinein. Es dauerte nicht lange, da zappelten auch schon die ersten Heringe an der Leine. Ich war überrascht wie schnell das ging. Ein Fisch nach dem anderen wurde gefangen und die Eimer und Körbe der Angler waren prall gefüllt mit Heringen. Schnell war mir klar, dass ich hier mitten im Heringsfangparadies gelandet war. Der nächste Angelladen befand sich gleich auf der anderen Straßenseite im Hafen und der Besitzer informierte mich, dass seit einigen Wochen schon sehr gut Heringe gefangen werden und sich die Fische bis April im Fluss aufhalten. Vor dem Hintergrund derart guter Nachrichten war die Angelkarte schnell gezündet. Die Kosten von drei Euro am Tag oder sechs Euro in der Woche sind sehr günstig. Schnell waren auch einige Heringspaternoster und Heringsbleie in den Gewichten von 60Gramm bis 80 Gramm eingekauft. Im Laden am Hafen ist dieses Zubehör recht teuer. Später fand ich weiter oben im Ort einen kleinen Laden, der diese Utensilien viel günstiger anbot.

Dick in wärmender Bekleidung eingepackt stand ich dann am nächsten Tag am Wasser und warf zum ersten Mal ein Heringspaternoster ins Wasser. Vom Heringsangeln hatte ich keine Ahnung, war aber freudig überrascht als ich gleich nach meinen ersten Pilk- und Zupfübungen mit dem Paternoster einen schönen Hering am Haken hatte. Schlag auf Schlag ging es so weiter. In kürzester Zeit fing ich eine sehr schöne Strecke Heringe und meist bissen zwei oder mehr Heringe auf das mit fünf Haken bestückte Vorfach. Meine Mitangler kamen natürlich auch nicht zu kurz und jeder konnte sich über gute Fänge freuen. Der erste Angeltag war ein voller Erfolg und so ging es auch den gesamten Urlaub über weiter. Jeden Tag war ich im Hafen, fischte selbst oder zusammen mit meinem Sohn oder schaute auch nur den Anglern zu. Unter der Woche waren meist nur die Urlaubsgäste, Väter mit ihren Söhnen und auch Männer mit ihren Frauen, am Wasser und fischten. Als an den Wochenenden und an den Feiertagen auch die Einheimischen zu den Ruten griffen, wurde es voll im Hafen und der Platz zum Fischen war knapp. Die richtigen Heringsprofis hatten vorgesorgt und ihr Boot im Schlepptau. Direkt neben der Flussbrücke ist eine Slipanlage. Vom Boot aus ist das Angeln noch erfolgreicher und 300 Fisch pro Tag ist für eine Bootscrew normal. Wer sich allerdings aufs Wasser wagt sollte in jedem Fall das notwendige Rettungsgerät und sehr warme Kleidung anlegen. Während meines Urlaubs sanken die Temperaturen an manchen Tagen unter die Null Grad Grenze und als wir die Heimreise antraten hatte es in der Nacht kräftig geschneit.

Vielleicht komme ich ja mal wieder. Das Heringsangeln hat uns allen Spaß gemacht. Die frisch gebratenen Fische aus der Pfanne schmeckten vorzüglich. Größere Mengen gefangener Fische sollte man jedoch in Wannen oder Tonnen einlegen und haltbar machen, um sie mit auf die Heimreise zu nehmen. Man kann unmöglich den gesamten Fang vor Ort vertilgen. Falls es Euch einmal in die Gegend verschlägt haltet nach den Heringen Ausschau.

Bilder von Kappeln, der Schlei, der Landschaft, den Anglern und den Fischen findet ihr auch in meinen Internetfotoalbum bei Arcor.

Petri Heil

Gabriel Melloch

Fotoalbum

 

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