Fischerei-Verein Essen e.V.  

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Sicher und erfolgreich Fischen im Kraut

Sicher und erfolgreich im Kraut auf Grund kapitale Fische fangen!

Jetzt hat sie auch unseren Baldeneysee heimgesucht, die Wasserpest. Unübersehbar und großflächig hat sie sich ausgebreitet. Meist sind es die ruhigeren und flachen Gewässerbereiche, die sie als Standort bevorzugt. So ist der gesamte Bereich hinter dem Vogelschutzgebiet bis weit in den See hinein und die beliebten Angelplätze an der Lanfermann Fähre, von starkem Bewuchs und verkrauteten Uferbereichen, betroffen.

Das klare und saubere Wasser in der Ruhr und im See begünstigen das Wachstum von Elodea, die für das Gewässer keine "Gefahr" darstellt. Sie produziert reichlich Sauerstoff und Nahrung und bietet den Fischen Schutz vor ihren Fressfeinden. Die Kormorane werden es in Zukunft schwer haben, ihrer Beute im dichten Kraut nachzujagen. Ich kann nur hoffen, dass sich deshalb die Kormoranpopulation am See verringern wird und sich die Fischbestände im Gewässer erholen und wieder anwachsen.

Die großflächige Ausbreitung der Pflanze macht den vielen Anliegern am See große Sorgen. Vom Hengsteysee und Kemnader See weiß man, dass die Wasserpest dort den gesamten Schiffsverkehr und Wassersport zum Erliegen gebracht hat. Die Fahrrinne für die Fahrgastschiffart muss ständig aufwendig freigemäht werden. Die Segler und Ruderer können ihrem Sport nicht mehr nachgehen. Ihre Boote bleiben im dichten Kraut hängen oder sind kaum mehr zu steuern. Auch unsere Segler und die Betreiber der Regattastrecke am Baldeneysee befürchten erhebliche Behinderungen bei ihren Regatten, internationalen Veranstaltungen und Wettbewerben.

Glaubt man den düstersten Prognosen, scheint der See für den Wassersport verloren. Dabei ist gegen die Wasserpest kein Kraut gewachsen. Alle Maßnahmen, das Wachstum der Pflanze zu verhindern, einzugrenzen oder zu kontrollieren, sind gescheitert. Der Einsatz von teueren Mähbooten hilft nur vorübergehend. Nach kurzer Zeit ist der dichte Pflanzenteppich wieder nachgewachsen. Der Besatz von Pflanzenfressern, wie Rotfedern und Grasfischen, hat bisher nicht wirklich die Ausbreitung der Pflanze verhindern können. Eine chemische oder mechanische Behandlung des Gewässerbodens, um das Übel im wahrsten Sinne des Wortes bei der Wurzel zu packen, ist unverhältnismäßig und zu teuer.

Wir werden in Zukunft Elodea nicht loswerden und auch wir Angler müssen uns auf die neuen Verhältnisse und Herausforderungen, vor die uns Elodea beim Fischen stellt, reagieren. Das dürfte uns Angler nicht schwer fallen, da wir bei der Ausübung unserer Passion ständig gefordert sind, unser Gerät, unsere Köder, Techniken und Taktiken zu verbessern, um Hindernisse beim Fang kapitaler Fische zu überwinden. Im folgenden und in den nächsten Ausgaben unserer Vereinszeitschrift möchten wir euch daher einige Anregungen geben, wie ihr erfolgreich im Pflanzendschungel fischt und eure Montagen und Köder so präsentiert, dass sie fangen.

Der Pflanzenteppich ist nicht immer gleich dicht. Sucht im Kraut, eventuell mit dem Boot und Echolot, weniger bewachsene Stellen, die ihr anwerfen und dort eure Köder sicher auslegen könnt. Meist ist der Grund hier fest und steinig. Bootsbesitzer sind jetzt im Vorteil. Sie können leicht gute Plätze aufsuchen und befischen. Nutzt also unsere Vereinsboote. Lasst euch aber durch die krautfreie Wasseroberfläche eines Angelplatzes nicht täuschen. Das Kraut kann hier kurz über Grund oder nur bis ins Mittelwasser stehen. Verschafft euch mit Lotbleien und abklopfen einen sicheren Eindruck über den Bewuchs und die Beschaffenheit des Gewässergrundes.

Fischt ihr im Uferbereich mit der Pose oder leichten Grundbleien auf kurze Distanz, könnt ihr mit an einem Seil angebunden Gartenharken den Gewässergrund vom Kraut befreien. Das ständige Auswerfen und Einholen von Harken und Kraut ist natürlich Schwerstarbeit und sollte in einer eigenen Aktion vor dem Fischen erledigt werden.
Ihr könnt diese Arbeit auch den Fischen überlassen, indem ihr euren Angelplatz ständig anfüttert. Die nach Nahrung suchenden Fische wühlen den Gewässerboden kräftig auf und verhindern so die Ansiedlung und das Wachstum der Pflanzen.

Habt ihr eine gute Platzwahl getroffen müsst ihr Montage, Haken und Köder frei und fängig auf dem Gewässerboden, zwischen oder auf dem Kraut präsentieren. Dazu sind wasserlösliches Materialien, wie wasserlösliche PVA Schnur und wasserlösliche PVA Beutel, die besten Hilfsmittel. Diese Produkte gibt es schon lange im Angelgerätezubehör und sind beim Karpfenangeln nicht mehr wegzudenken. Sie sind vielseitig einsetzbar und mittlerweile preislich erschwinglich. Wasserlösliches Material hat die Eigenschaft sich aufzulösen, sobald es mit Wasser in Berührung kommt. Passt deshalb bei Regenwetter auf, wenn ihr PVA Montagen vorbereitet. Werden sie nass geregnet lassen sie sich nicht mehr einwandfrei auswerfen und lösen sich schon an Land auf. Je nach Wassertemperatur, Beschaffenheit und Dicke des Materials kommt es zu unterschiedlichen Auflösezeiten, über die man sich beim jeweiligen Hersteller erkundigen sollte. Besonders bei Kälte löst sich PVA nur langsam auf. Wasserlösliche Schnur wird beim Grundangeln unter anderem dazu benutzt, zusätzliche Köder aufzuziehen und mit der Montage auszuwerfen oder um bei Grundmontagen das weiche Vorfach an den Anti Tangle Schlauch zu befestigen, um so Verwicklungen beim Auswerfen zu vermeiden. Es lässt sich auch gut verwenden, um die Hakenspitze zu schützen, indem es mehrfach um den Hakenschenkel und den Hakenbogen bis zu Spitze gewickelt wird. So kann sich beim Absinken der Montage kein Kraut im Hakenbogen verfangen oder von der Hakenspitze erfasst werden. Bei meinem Kampf im Kraut habe ich Flaschenkorken in dünne Scheiben geschnitten, den Haken wie bei einem Hamburger zwischen zwei Scheiben gelegt und alles mit wasserlöslicher Schnur zusammengebunden und ausgeworfen. Im Wasser sinkt der Haken so geschützt zum Grund, die PVA-Schnur löst sich auf und die Korkscheiben können nach oben auftreiben. Der Haken liegt so fängig frei.

Weitaus effektiver sind jedoch die unterschiedlichen wasserlöslichen Beutel, die es ganz geschlossen oder als Netzbeutel in unterschiedlichen Größen im Handel zu kaufen gibt. Bei der Verwendung der geschlossenen Beutel achtet darauf, dass sie gut gefüllt sind, damit sie wenig Luft enthalten und nicht auftreiben können oder stecht mit der Ködernadel ein paar Mal hinein, damit die eingeschlossenen Luft entweichen kann. Je nach Größe des Beutels kann die gesamte Montage mit Blei, Vorfach, Haken und Futter eingepackt und ausgeworfen werden. So rauscht alles bei Wurf sicher durch die Luft und beim Absinken im Wasser geschützt und sicher durch das Kraut bis auf den Grund, wo sich der Beutel nach kurzer Zeit auflöst und Futter, Montage und Köder freigibt. Je nach gewünschter Wurfweite sollte der wasserlösliche Beutel mehr oder weniger mit Futter und Bleigewicht befüllt werden. Um weiter zu werfen, kann auch nur das Vorfach sicher geschützt im Beutel verstaut werden. Die so im Kraut platzierte Montage wird bestimmt von den Fischen gefunden und arbeitet dank der sicheren Präsentation einwandfrei. Die hier grob skizzieren Möglichkeiten mit wasserlöslichem Material schwierige Bedingungen zu meistern, sind in einschlägigen Anglerforen im Internet und in Fachbüchern gut beschrieben und ich empfehle jedem, da mal reinzuschauen, um den Einsatz der Materialen weiter zu verbessern und seinen anglerischen Bedürfnissen anzupassen.

Den so gefangenen Fisch aus dem Kraut heraus sicher in den Kescher zu bekommen ist dann eine neue Herausforderung, über die wie in der nächsten Ausgabe berichten.

G. Melloch

Vereinsheim
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Baldeneysee Essen
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